Lexikon Textilien

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Term Definition
Prince de Galles

Prince de Galles ist eine spezielle Karo-Dessin­art und keine Qualitätsbezeichnung. Diese Mu­sterung wurde unter Eduard VII von England po­pulär.

Die Karomusterung ist in der Grösse unter­schiedlich und wird mittels hellen und dunklen Garnen und z.B. durch eine Kett- und Schussfa­denfolge von 2/2 und 4/4 erzielt. Je nach Ge­wichtsklasse wird eine Köperbindung 2/2, Pana­mabindung oder sogar Leinwandbindung einge­setzt. Oft werden in der Mitte vom feingemuster­ten Karo einzelne Fäden mit einer Kontrastfarbe in Kette und Schuss eingesetzt.

Prince De Galles

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Quadrille

Aus der Kombination von Raye (= Längsstreifen­muster) und Barre (= Querstreifenmuster ent­steht ein kariertes Bild (= Quadrille). Der Aufbau der Muster kann symmetrisch oder asymmetrisch sein, ebenso können in Kette und Schuss unter­schiedliche Farb- oder Materialfolgen verwendet werden.

Name:
franz. quadrille = quadriert, kariert.

Quadrille

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Rayé

Im Gegensatz zu Barre ist Rayé ein Sammelbe­griff für alle Gewebe aus allen Faserstoffen mit einer Längsstreifenmusterung. Die Längsstreifen können auf verschiedene Arten erzielt werden.

Der Name Raye wird in erster Linie für Gewebe aus Seide und Chemiefasern-Filamentgarnen verwendet.

Raye

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Reps

Reps ist eine allgemeine Bezeichnung für Ge­webe mit Quer- oder Längsrippen, ungeachtet, ob sie mit einer Rips- oder mit einer Leinwand­bindung hergestellt werden.


Zur Gruppe der Reapsgewebe gehören Epinglé, Faille, Popeline, Ottoman, Marocain, Eolienne, Bengaline etc.

Name:
engl. ribs = Rippen.

Reps

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Samt

Samt ist die Bezeichnung für sämtliche Gewebe mit einer Flordecke. Im Grundgewebe sind senk­recht  aufstehende «Garnnoppen» eingewoben, die bis ca. 3 mm lang sind, bei grösserer Pol­höhe wird der Artikel als Plüsch bezeichnet.

Grundsätzlich wird zwischen Kettsamt und Schusssamt unterschieden, wobei beim Kettsamt nochmals in  zwei Unterkategorien, Rutensamt und Doppelsamt, aufgeteilt werden muss. Beim Kettsamt wird der Flor mit der Polkette gebildet und beim Schusssamt durch sog. Florschüsse.

Samtimitationen werden durch Rauhen und Scheren von Geweben mit einfachen Bindungen hergestellt.

Name:
Das altfranzösische Wort «samit» ergab die Be­zeichnung Samt.

Samt

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Seersucker

Seersucker ist die Bezeichnung für Gewebe aus verschiedenen Materialien, welche in Längsrich­tung stellenweise gewellte oder aufgeworfene (boldrige) Streifen aufweist. Zum Teil wird dieser Effekt auch in Querrichtung produziert.

Seersucker kann auf verschiedene Arten herge­stellt werden, z.B. unterschiedliche Kettspan­nungen oder verschiedene Garne (Schrump­fung).

Name:
vom persischen «shir o shakkar» = Milch und Zucker abgeleitet.

Seersucker

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Taft

Taft ist die Allgemeinbezeichnung für leichtere bis mittelschwere Gewebe aus Seide und Che­miefaser-Filamentgarnen in Taftbindung. Die feine Kette hat meistens eine etwas höhere Fa­dendichte als der gröbere Schuss, was zum Teil zu leichten Querrippen führt.

Mit Taft werden verschiedene Zusatzbezeichnun­gen verwendet, wie z.B. Taft-Changeant, Taft­ Chiffon, Taft-Chiné, etc.

Name:
persisch taftä = das Gewebe.

Taft

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Toile de soie

Taftbindige Seidengewebe aus Schappegarn in Kette und Schuss werden als Teile de Soie be­zeichnet. Im Handel wird diese Qualität zum Teil auch  Waschseide genannt. Toile de soie wird aber oft fälschlicherweise als Rohseide verkauft.

Name:
franz. toile = Leinwand, soie = Seide.

Toile De Soie

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Tuch

Tuche sind mittlere bis mittelschwere Streichgarnge­webe in Tuch- oder auch in Köperbindung, die durch das Walken stark verfilzt sind, so dass das Bindungs­bild  nicht mehr zu erkennen ist. Nebst der original Tuchausrüstung werden diese Stoffe auch mit einer Strichausrüstung hergestellt. Je nach Gewicht und Aus­rüstung der Tuche sind die Verwendungszwecke sehr vielseitig.

Tuch Roh  Tuch Fertig

Bild links: Tuch roh, Bild rechts: Tuch fertig

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Tüll

Tüll ist ein netzartiges Flächengebilde bei dem die «Schussfäden» diagonal zu den Kettfaden laufen. Die Kettfäden sind auf Teilkettbäumen senkrecht gespannt und die «Schussfäden» um­schlingen die Kettfäden. Pro Kettfaden wird ein «Schussfaden», der sich in sog. Bobinen befin­det, benötigt.

Bei Tüll, der aus Baumwolle, Seide oder Chemie­fasern sein kann, werden zwei Hauptqualitäten unterschieden, Gittertüll und Erbs- oder Rund­lochtüll.

Auf Raschelmaschinen oder Häkel-Galonmaschinen werden billigere Tüll-Imitationen hergestellt.

Name:
von der franz. Stadt Tulle.

Tuell

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Tweed

Tweed war ursprünglich die Bezeichnung für handge­wobene Stoffe mit einer Köperbindung 2/2. Für Kette und  Schuss wurden die gleichen handgesponnenen Garne ohne Noppen, jedoch oft mit Stichelhaaren, ver­arbeitet.

Heute wird der Name Tweed für alle tuch- und köper­bindigen Streichgarnstoffe mit Handwebcharakter an­gewandt, die mit Noppen und/oder Stichelhaaren durchsetzt sind und zum Teil durch andersfarbiges Kett-­ und Schussgarn gemustert sind. Die Ausrüstung ist meistens leicht meltoniert oder eventuell kahl.

Tweed

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Twill

Der Name Twill bezeichnet bei Seidengeweben eine ganz bestimmte Qualität. Der Seidentwill besteht in der Kette immer aus Grège und der Schuss aus Grège oder Trame, die Ware wird roh gewoben und am Stück abgekocht und an­ schliessend gefärbt oder bedruckt. Die Bindung ist ein Köper 2/2. Dank dem höheren Materialein­satz ist der Twill schwerer als der Habotai und weist einen Köpergrat auf.

Der Name Twill wird auch für andere köperbin­dige Gewebe verwendet.

Einsatzgebiet:
Ähnlich wie Habotai. Blusen, Fut­terstoffe, DOB, Foulard, Krawatten­ (Druck), Seidenmalerei.

Name:
engl. twill = Köper, Köperbindung.

Twill

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Vichy

Vichy aus Baumwolle oder Viscose Spinnfasern entspricht der Grundqualität Renforcé, ist aber bunt gewebt. Im Gegensatz zu Kölsch sind bei Vichy die Karos kleiner (unter 1 cm) und zum Teil auch mehrfarbig. Als Bindung wird meistens Leinwand eingesetzt, wobei auch Köper vor­kommt.

Name:
nach der franz. Stadt Vichy.

Vichy

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Voile

Ursprünglich war Voile ein leichtes durchsichti­ges Baumwollgewebe aus Ost-Indien.

Unter Voile versteht man heute leichte, durch­sichtige, schleierartige Gewebe aus Baumwolle, Seide, Chemiefasern  und auch Wolle in Leinwandbindung. Die verwendeten Garne in Kette und Schuss haben eine höhere Drehung, eine sog. Voile-Drehung, wodurch die Gewebe einen körnigen Griff und gute Schiebefestigkeit erhalten.

Beim Voile aus Spinnfasergarnen wird zwischen Voll-Voile, Halb-Voile und Imitat-Voile unterschie­den, je nachdem, ob Voile-Garne oder Voile­ Zwirne eingesetzt werden.

Name:
franz. voile – Schleier.

Voile

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