1930 - 1984

Aufschwung und Diversifikation

Die drei Söhne von Fanny und Gustav Weisbrod-Zürrer, Hans, Richard und Hubert führten die Firma weiter. Mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 begann für das Seidengeschäft eine neue Durststrecke. Wiederum wurde von Liquidierung des Geschäftes gesprochen. Die Abwertung des englischen Pfundes 1931 trieb die Preise im wichtigsten Exportmarkt England in die Höhe. Um diese Aufträge trotzdem ausführen zu können, entschieden die Brüder, dass der 27-jährige Richard eine Seidenweberei im englischen Darwen aufbauen soll (im Bild). Die Seidenweberei im Aeugstertal und die Faconweberei Baer in Ebertswil, wurden geschlossen und die Webmaschinen nach England transportiert. Auf dem Bahnhof Mettmenstetten seien den aufgeladenen Maschinen von aufgebrachten Webern Steine nachgeworfen worden, aus Protest gegen den «Arbeitsplatzvernichter». Zwölf Arbeiterinnen und Angestellte hatten intensiven Englischunterricht in der Kantine in Hausen erhalten und reisten mit, um im neuen Unternehmen mitzuwirken. Richard gründete 1933 in England die «Lancashire-Silk-Mills» sowie die Verkaufsgesellschaft «Zurrer-Silks».

Weiterarbeiten während des Zweiten Weltkrieges

1939 bis 1945 war für das exportorientierte Seidengeschäft eine schwierige Zeit. Das Krawattengeschäft mit England kam zum Erliegen. Rohseide kostete 1934 noch CHF 5.50 pro Kilo, während des Krieges CHF 225.– und stabilisierte sich nach dem Krieg bei CHF 22.–. Mit der Fabrikation von Zellwollgeweben konnte die Beschäftigung der Belegschaft in Hausen und Mettmenstetten sichergestellt werden.



Nachkriegszeit und modernes Marketing

Nach dem Weltkrieg setzte, entgegen der allgemeinen Erwartung, ein grosser Aufschwung ein. Dank der Niederlassung in England hatte die Firma rasch Zugang zu den neuen synthetischen Fasern wie Nylon, Orlon und Terylene. 1951 
konnte in Hausen eine neue Weberei errichtet werden mit einem Websaal für 26 moderne Webmaschinen. In den wichtigsten Absatzgebieten wurden ortsansässige Vertreter eingestellt. Mit Produktenamen wie LASCARA, SARONGA SILK, VERLASCA betrieb man modernes Marketing.



Diversifikationen

Nach erfolgreichen Jahren folgten wieder schwere Krisen. Neben der Unberechenbarkeit der Mode war die exportorientierte Produktion stark auf konstante Wechselkurse und eine stabile Wirtschaftslage in den Abnehmerländern angewiesen. Hans Weisbrod suchte mit seinem Bruder Hubert nach einer Diversifikation der Aktivitäten in einem Geschäftszweig, der weniger von den Schwankungen der Mode und dem ausländischen Wirtschaftsgeschehen abhängig war. 1957 bot sich die Möglichkeit, die Loring AG in Würenlos mit ihrer Fabrikation von Artikeln für die Damenhygiene zu übernehmen. Bei starkem Schweizer Franken waren die Importe der Loring billiger, was die erschwerten Exporte der Seidenweberei teilweise kompensierte. Auch der Geschäftszweig in England, welcher nach wie vor von Richard Weisbrod geführt wurde, diversifizierte und entwickelte einen Bügel mit dem Namen SPEEDO, der dem Trocknen von Hemden diente.