1984 - 2006

Kreativität als Schlüssel zum Erfolg
1942 wurde Ronald Weisbrod als einziger Sohn von Richard und Lucette Weisbrod-Glardon neben drei Schwestern in England geboren, wo er die Grundschule besuchte und später in Trogen die Kantonsschule. Bei seinem Onkel Hans in Ebertswil bereitete er sich auf die Maturität vor und kam so in engeren Kontakt mit dem Familienunternehmen in Hausen. Er entschloss sich gegen ein Architekturstudium und stieg ins Seidengeschäft ein. 1967 begann Ronald Weisbrod als Juniorpartner in Hausen und heiratete 1971 die Ärztin Renate Aebli aus dem Glarnerland, die er in Paris im Auslandsemester kennen gelernt hatte. Es wurden ihnen drei Kinder geschenkt: Lilian, Oliver und Christin. 1984, nach dem Tod von Hans Weisbrod, übernahm Ronald Weisbrod die Verantwortung für die Leitung des Betriebes. Wurden bis anhin vor allem Uni-Stoffe produziert, kreierte man jetzt in eigenen Ateliers mit grossem Engagement und beträchtlichem finanziellen Aufwand jährlich über 1000 neue Stoffmuster. Ronald Weisbrod überwachte mit seinem künstlerischen Flair persönlich die zahlreichen Neuentwicklungen. Die Marke «e-motion», welche 1992 lanciert worden ist, bringt es auf den Punkt: Mode hat mit Emotionen, mit Faszination und Stimmungen zu tun.

Trotz Diversifikation auch Konzentration
90 % der Produktion war für den Export bestimmt, hauptsächlich für Deutschland, Japan, USA, Frankreich, Italien und England. Damenkleiderstoffe bildeten den Hauptteil des Geschäftes (68 %), gefolgt von Dekostoffen (15 %), Krawattenstoffen (15 %), Fahnen und Trachten (2 %). Vom Jahres-Gesamtumsatz von 2 Millionen Metern Stoff wurde rund die Hälfte im Betrieb in Hausen produziert, die andere Hälfte bei Partnerbetrieben in aller Welt. Durch die Übernahme von Firmen konnte Know-how dazu gewonnen und das Angebot ergänzt werden. 1983 stiess die H. Gut & Co. zu Weisbrod-Zürrer, eine Firma mit rund 30 Angestellten, welche im Design und mit Stoffdrucken tätig war. 1994 wurde die Textilgrossistenfirma Gasser & Co. in Olten erworben. Vermehrt bemühte sich Ronald Weisbrod, die Aktivität in Hausen zu konzentrieren. Dies führte auch zu Verkäufen von Teilen der Firma. 1990 wurde die englische Niederlassung Lancashire Silk Mills in Darwen verkauft. Auch die Loring AG, die Fabrik für Damen- und inzwischen auch Baby-Hygieneprodukte, wurde 1994 verkauft. Bereits 1985 wurde in einem Neubau in Hausen die Jacquardweberei zusammengeführt und die Webbetriebe in Mettmenstetten eingestellt. 1992 folgte der Neubau eines Bürogebäudes für die Verkaufs- und Entwicklungsabteilungen, worin auch ein neuer geräumiger Fabrikladen untergebracht wurde.

Das Jubiläumsjahr 2000
Im Jahr 2000 arbeiteten im Betrieb rund 140 Angestellte aus über 10 Nationen. Unter der Leitung des Ur-Ur-Enkels von Firmengründer Jakob Zürrer, Ronald Weisbrod, feierte das Unternehmen sein 175-jähriges Bestehen. Mehrere Tage lang und mit einer neu verfassten Familien- und Firmenchronik wurde gefeiert und zurückgedacht. Während des Jubiläumsjahrs entschloss sich Ronalds Sohn Oliver mit 26 Jahren zusammen mit seiner Frau Sabine in die Familienfirma einzutreten.